16. Mai 2017 Carsten Neukirch

Hilfe gegen Calziummangel

Eine einfache Lösung gegen Calciummangel

Calciummangel im Zusammenhang mit Terrariumbeleuchtungen – diese entwickeln sich ständig weiter und erreichen zukünftig vielleicht die Qualität des Sonnenlichtes. Auch das Angebot an Vitamin- und Mineralpulvern wird zunehmend umfangreicher.

Warum erkranken dennoch so viele Nachzuchten an einer Rachitis?

Warum können Tiere trotz scheinbar optimaler Haltung Mangelerscheinungen aufweisen?

Als Insektenzüchter haben wir bei den Tieren unserer Kunden schon mehrfach Missbildungen gesehen. Auch bei wertvollen Nachzuchttieren wie Lygodactylus williamsi und seltenen Chamäleons gibt es „Zickzack“-Schwänze und Kiefermissbildungen.
Möglicherweise liegt das an der Darreichungsform der Mineralien. In der Natur finden Vitamine und Mineralien auf natürliche Weise den Weg zum Tier – entweder durch gezielte direkte Aufnahme oder über das Futtertier. Wir sind bemüht, den natürlichen und direkten Weg zu gehen. Ein Hauptbestandteil unseres Insektenfutters besteht aus wertvollen Cerealien. Ein zweiter Hauptbestandteil besteht aus Gemüse und Mineralien. Was den Reptilienspeiseplan jetzt noch ergänzen muss, ist ein zusätzliches Calciumangebot.
Klassischerweise bieten Reptilienhalter Calcium in Form von Calciumcitrat oder geriebener Sepiaschale an, welches bei einigen Reptilien in einer Schale-, bei anderen Reptilien über eingepulverte Futterinsekten, angeboten wird. Das Verstoffwechseln, also die Aufnahme des Calciums in den Körper, erfolgt in der Natur von ganz allein. Bei in Terrarien gehaltenen Reptilien muss der Halter über die Beleuchtung dem Reptil die Verstoffwechselung des Calciums ermöglichen. Hier liegt wohl das Hauptproblem in der Terraristik. Das Angebot an Leuchtmitteln im Fachhandel ist sehr groß – das Angebot an geeigneten Leuchtmitteln leider nicht. Ist man unsicher bezüglich der Qualität und Eignung seiner eigenen Leuchtmittel, gibt es noch eine weitere Möglichkeit Calcium ins Tier zu bekommen.

Der einfache Weg Calciummangel vorzubeugen

Als natürlichen Calciumträger verwenden wir ein Insekt, dass zu den Krebstierchen zählt und sich aktiv von Calcium ernährt. Es ist die Kubanische Assel. Einem Calciummangel kann man mit nichts natürlicher entgegenwirken als über das Futter selbst. Kubanische Asseln (Porcellionides pruinosus) sind den meisten Haltern bislang nur als „Bodenpolizei“ bekannt. Dabei sind sie für alle Reptilien ein wertvolles Futterinsekt mit noch völlig unterschätzten Eigenschaften. Sie ernähren sich von Schimmelpilzen und abgestorbenen Pflanzen und sind dadurch für eine Vorratsfütterung z.B. im Urlaub geeignet. Es besteht keine Gefahr, Jungtiere an das Futterinsekt zu verlieren. Ganz nebenbei halten sie das Terrarium im Gleichgewicht und den Bestand an Schimmelsporen gering.
Rachitis zeigt sich nicht nur in Mißbildungen und weichen Knochen. Calcium ist ein wichtiger Neurotransmitter, der unter anderem Nervenimpulse an Muskeln weiterleitet. Kommt es zum teilweisen Verlust der Neurotransmitter, kann sich diese Mangelerscheinung in Lähmungen zeigen. Da eine Lähmung, z.B. der hinteren Gliedmaßen, das Ergebnis eines lang anhaltenden Haltungsfehlers darstellt, kommt hier jede Therapie zu spät. Wenn sich eine Lähmung zeigt, sind die Nervenenden bereits irreversibel geschädigt.
Der Einsatz von hochwertigen, speziell für die Terraristik entwickelten Leuchtmitteln ist Grundvoraussetzung für die Gesunderhaltung und Zucht von Reptilien.